Einleitung
Balkonkraftwerke sind die einfachste Möglichkeit, eigenen Solarstrom zu erzeugen. Doch viele stellen sich die Frage: Soll ich gleich einen Speicher dazukaufen – oder reicht das Balkonkraftwerk ohne Akku?
In diesem Artikel erfährst du, wie viel Mehrwert ein Speicher wirklich bringt, welche Kosten entstehen und für wen sich die Investition lohnt.
1. Balkonkraftwerk ohne Speicher – der Standard
Ein klassisches Balkonkraftwerk besteht aus 1–4 Solarmodulen und einem Wechselrichter mit bis zu 800 W Einspeiseleistung. Der erzeugte Strom wird sofort im Haushalt verbraucht – alles, was du nicht nutzt, fließt automatisch ins öffentliche Netz.
Typische Kennzahlen ohne Speicher:
- Eigenverbrauchsquote: 40–70 % (abhängig vom Tagesrhythmus)
- Einspeisung: 30–60 %
- Anschaffungskosten: ca. 600–1.000 €
- Amortisation: 3–5 Jahre
Vorteil: günstig, schnell wirtschaftlich, keine zusätzliche Technik nötig.
2. Balkonkraftwerk mit Speicher – wie funktioniert das?
Immer mehr Hersteller bieten Balkonkraftwerke mit Speicher an (z. B. Anker Solarbank, Zendure SolarFlow, Huawei Luna). Dabei wird der Solarstrom nicht sofort ins Hausnetz eingespeist, sondern zunächst in einer kleinen Batterie zwischengespeichert (meist 1–2 kWh Kapazität). Erst wenn du Strom verbrauchst, gibt der Speicher die Energie ab.
Typische Kennzahlen mit Speicher:
- Eigenverbrauchsquote: 70–90 %
- Einspeisung: 10–30 %
- Anschaffungskosten: 1.200–2.200 € (Balkonkraftwerk + Speicher)
- Amortisation: 8–12 Jahre
Vorteil: mehr Eigenverbrauch, weniger Einspeisung.
Nachteil: höherer Preis, längere Amortisation.
Beispiel: Eigenverbrauch vs. Einspeisung
Ohne Speicher: ~70 % Eigenverbrauch / ~30 % Einspeisung (bei gut passendem Tagesprofil)
- Eigenverbrauch: ~70 %
- Einspeisung: ~30 %
Richtwert. Je nach Nutzung (z. B. Homeoffice) sind 60–80 % möglich; mit Speicher oft 80–90 %.
3. Lohnt sich ein Balkonkraftwerk mit Speicher?
Sinnvoll mit Speicher, wenn …
- du tagsüber wenig Strom verbrauchst (z. B. berufstätig, kaum zu Hause),
- du den Strom hauptsächlich abends oder nachts nutzt (Kochen, TV, E‑Auto laden),
- du langfristig sehr hohe Strompreise erwartest.
Ohne Speicher besser, wenn …
- du tagsüber viel Strom verbrauchst (Homeoffice, Waschmaschine, Kochen),
- dir eine schnelle Amortisation wichtig ist,
- du wenig Platz oder Budget für zusätzliche Technik hast.
4. Rechenbeispiel
800‑Watt Balkonkraftwerk ohne Speicher
- Jahresertrag: ca. 900 kWh
- Eigenverbrauch (60 %): 540 kWh → Ersparnis ca. 190 €
- Einspeisung: 360 kWh (aktuell ohne Vergütung)
- Amortisation: ca. 4 Jahre
800‑Watt Balkonkraftwerk mit 1,6 kWh Speicher
- Eigenverbrauch (85 %): 765 kWh → Ersparnis ca. 270 €
- Einspeisung: 135 kWh
- Mehrkosten: ca. +800 € für den Speicher
- Amortisation: ca. 9 Jahre
5. Fazit
Ein Balkonkraftwerk ohne Speicher ist in den meisten Fällen die wirtschaftlichere Lösung: günstig, schnell amortisiert, unkompliziert.
Ein Balkonkraftwerk mit Speicher lohnt sich, wenn du tagsüber kaum Strom verbrauchst und deinen Solarstrom abends oder nachts nutzen willst – oder wenn dir Unabhängigkeit wichtiger ist als reine Wirtschaftlichkeit.
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